Hier auf dieser Seite habe ich ein paar Gedichte gesammelt, die zur Ahnenforschung passen, oder die mir sehr gut gefallen.

Sollten Sie auch schöne Gedichte haben, oder solche, die irgend wie mit der Ahnenforschung im Zusammenhang stehen könnten, dann her damit!

Allen bisherigen und künftigen Einsendern herzlichen Dank.

 

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  Wohl dem, der seiner Väter gern gedenkt,

der froh von ihren Taten, ihrer Größe den Hörer unterhält

und sich still freuend ans Ende dieser schönen Reihe sich geschlossen sieht.

(Unbekannt)

 

Es schreitet seit Ewigkeiten
Frau Sonne auf schimmernder Bahn,
es schreitet durch Ewigkeiten
neben dem Enkel der Ahn.


(Sergius Golowin)

 

 

Der Ahnenforscher

 

Ein Mensch geht auf die 60 zu,
da lässt ihm eines keine Ruh':
er muss in alten Schriften kramen,
wo komm' ich her, wer war'n die Ahnen?
Er findet kaum des nachts ins Bett,
denn er sucht meist im Internet.

Auch tags geht weiter diese Hatz,
er surft sogar am Arbeitsplatz.
Dort geht man ihm sehr auf die Nerven,
dauernd stört man ihn beim Surfen.
Da sagt er sich: Das hat ein Ende,
ich geh einfach jetzt in Rente.

Nun hat er Zeit und kommt rasch weiter,
und der Erfolg, der stimmt ihn heiter.
Er stößt auf viele Hugenotten,
und das war'n keine Hottentotten,
er stößt auf viele Denker und auf Dichter,
auf viele nobele Gesichter,

darunter auch auf adlige Gestalten
er stößt sogar auf Fritz, den Alten!
Da fragt er sich: Ist das ein Witz?
Ich stamme ab vom alten Fritz?
Oder war's ein andrer Friederich?
Er hängt das erstmal niederich.

Fritz, Friedrich, Frieder? Alles Asche!
War's Friedel mit der leeren Tasche?
Er klopft aufs Portomonnaie sogleich
-nein, dafür bin ich doch zu reich!
Doch viele Fragen bleiben offen,
er muss auf neue Fakten hoffen.

Er sucht in Potsdam, Polen, Leipzig
das kostet Geld, er ist nicht geizig.
Schon öffnet sich ein neues Tor:
sehr häufig kommt ein Karl jetzt vor.
Das macht ihn nun doch sehr betroffen,
auf welchen Karl kann er denn hoffen?

Er fragt zum wiederholten Male:
War's Karl der Kühne, Karl der Kahle?
Vorm Spiegel prüft er die Erscheinung
und kommt ganz schnell zu dieser Meinung:
Karl der Kahle? Nein Bewahre!
Dafür hab ich zu viele Haare.

Vom kühnen Karl bin ich ein Sohn,
denn mutig war ich immer schon!
Der Spiegel bringt auch Ungemach,
und kritisch denkt er drüber nach:
bei grad einssiebzig könnt man meinen,
man stammt von Pippin dem Kleinen.

Doch dann ist er darauf gestoßen,
nach diesem kam's zu Karl dem Großen.
Noch ein Karl, und was für einer!
So einen Vorfahr'n hat wohl keiner.
Das ist ein Ahne, will er meinen.
Jetzt ist er voll mit sich im Reinen,

Ihn freu'n die Ehre und der Ruhm,
und weiter geht's ins Altertum.
Er landet bald bei den Germanen,
da gab es schon mal seinen Namen,
fast klang es wie bei diesem "Thor",
das kommt dem Forscher komisch vor.

Drum sucht er Römer, Griechen, Kreter,
gibt es vielleicht auch dort noch Väter?
Und er vereinnahmt frisch und froh
Demosthenes und Cicero.
Die sind als meine Ahnen recht,
denn reden kann ich auch nicht schlecht.

Bei den Hebräern gibt es Lücken,
kein neuer Fund will ihm mehr glücken!
Die ganze Forschung kommt ins Stocken,
nichts ist den Qumran-Urnen zu entlocken.
Doch, Lieber Forscher, bei dem Drang
ist mir um Folgendes nicht bang:

Ruhe wirst Du einst erst haben,
wenn Du den Noah ausgegraben,
den mit der Arche und den Tieren.
Willst Du mit dem Dich nachmals zieren
als Deinem allerletzten, höchsten Ahnen,
dann lieber Freund, muss ich Dich mahnen:

Ich sage Dir als Dein Berater:
der ist nicht nur von Dir der Vater!
Auf den kannst Du allein nicht hoffen,
die andern sind ja abgesoffen.
Von dem stammst Du und ich wir alle,
was gilt darum in diesem Falle?

Sind wir auch noch so viele Leute,
klar ist der Anfang, auch das Heute,
nur in der ziemlich breiten Mitte,
da fehlen viele Zwischenschritte.
Nach denen forsche tapfer weiter
und bleibe dabei immer heiter

und bleib trotz Aktenstaub gesund,
dann glückt Dir auch noch mancher Fund.
Bis wir den Noah einst begießen,
magst Du noch manche Lücke schließen.

 

(Herdzigo)

 

Gib nicht auf

 

 

Gib nicht auf,

wenn du einen Namen vergisst

und einer dir sagt

dass du der Jüngste nicht bist.

 

Gib nicht auf,

wenn deine Haare ergrauen,

unsagbar viel Schönes gibt es zu schauen,

und jung sein dazu

brauchst du nicht.

 

Gib nicht auf,

wenn mit leichtem Unterton

dein Arzt erklärt:

Sie sind eben schon....!

 

Sei stolz auf die Falten

in deinem Gesicht,

sie künden von Leben, Lachen und Licht.

 

Verwöhne dich selbst,

wenn es sonst keiner tut,

schenk die duftende Rosen,

verlier nicht den Mut,

mach Reisen, geh tanzen

nach Laune und Lust,

pack Humor in den Ranzen,

sei selbstbewusst.

 

Verwunderte Spatzen,

die dich nicht begreifen,

lass getrost von bemoosten Dächern pfeifen.

 

 

(Emmy Grund)

 

 

Desiderata ( d.h. Erwünschtes, Erhofftes)

 

Geh deinen Weg ruhig

inmitten von Lärm und Hast.

Wisse, welcher Friede dir

Stille schenken kann.

Steh mit Allen auf gutem Fuß,

wenn es geht,

aber gib dich nicht selbst auf.

Sag eine Wahrheit ruhig und klar,

aber höre auch der anderen zu;

auch sie hat ihre Geschichte.

Sei freundlich und sanft zu dir selbst.

Du bist ein Kind der Schöpfung.

Lebe in Frieden mit Gott,

wie immer du ihn jetzt

für dich begreifst

und was auch immer

deine Wünsche und Sehnsüchte sind.

Wisse, die Welt ist schön.

Lebe sorgfältig und glücklich!

 

Nach einem Text aus dem Jahre 1692, St.Pauls-Kirche in Baltimore.

 

 

Möge Dich ein Engel

auf Deinen Wegen behüten

und Dich vor allem Dunklen bewahren.

Möge er Deine Sorgen tragen helfen

und Dein Leben von innen her erleuchten

und Dir die Gewissheit schenken,

dass es gut ist, dass es Dich gibt.

Wenn du ihn spürst,

ist es gewiss

ein Gedanke voller Liebe

eines Menschen, der es gut mit Dir meint.

 

 (unbekannt)

 

 

Glück ist gar nicht mal so selten,
Glück wird überall beschert.
Vieles kann als Glück uns gelten,
was das Leben uns so lehrt.

Glück ist jeder neue Morgen.
Glück ist bunte Blumenpracht.
Glück sind Tage ohne Sorgen.
Glück ist, wenn man fröhlich lacht.

Glück ist Regen, wenn es heiß ist.
Glück ist Sonne nach dem Guss.
Glück ist, wenn ein Kind ein Eis isst.
Glück ist auch ein lieber Gruß.

Glück ist Wärme, wenn es kalt ist.
Glück ist weißer Meeresstrand.
Glück ist Ruhe, die im Wald ist.
Glück ist eines Freundes Hand.

Glück ist eine stille Stunde.
Glück ist auch ein gutes Buch.
Glück ist Spaß in froher Runde.
Glück ist freundlicher Besuch.

Glück ist niemals ortsgebunden.
Glück kennt keine Jahreszeit.
Glück hat immer der gefunden,
der sich seines Lebens freut.

 

( Clemens von Brentano  )

 

 

Eine Feststellung

 

Wir haben's schwer
Denn wir wissen nur ungefähr,
woher,
jedoch die Frommen
wissen gar, wohin wir kommen!

(unbekannt)

 

Etwas zum Nachdenken:


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Herr Kreitlein ging, vor Jahren schon
mit fünfundsechzig in Pension;
aus Langeweile sah er drum,
sich bald nach einem Hobby um.
Hierbei geriet er irgendwie
an seine Ahnengalerie.


Das war was wirklich Interessantes,
was völlig Neues , Unbekanntes
und er beschloß sogleich, deswegen
sich einen Stammbaum anzulegen.
Er stöberte in Stadtarchiven,
in Chroniken, in alten Briefen;
nahm sich bei manchem Dorfpastor
die dicken Kirchenbücher vor
und drang bei der Gelegenheit
weit, weit in die Vergangenheit.


Er fand zwei Schneider, einen Wirt,
vier Bauern, einen Schweinehirt,
je einen Küster, Müller, Bäcker,
drei Schmiede, einen Schieferdecker,
dann einen fürstlichen Lakai,
ein Postillion war auch dabei,
ein Vorfahr war sogar Minister,
zwei andere lebten als Magister,
dann gab es ein paar Grenadiere,
zwei Musikanten, zwei Barbiere,
drei Metzger, und im blinden Eifer,
fand er noch einen Scherenschleifer.


Es war ein Baum mit vielen Zweigen,
von Nebentrieben ganz zu schweigen,
Herr Kreitlein brauchte viel Papier,
viel Tinte und Geduld dafür.


Er kam bis fünfzehnhundertneun,
doch dann schien es vorbei zu sein,
denn hier versiegten alle Quellen,
es war kein Ahn` mehr festzustellen.


D`rauf stieg Herr Kreitlein in den Zug,
der ihn ins ferne Hamburg trug,
zu Doktor Doktor Dusterwald,
der als ein Fachexperte galt.


Er bat ihn in bewegten Worten,
des Stammbaums Wurzelpfahl zu orten,
beziehungsweise jenen Mann,
mit dem die Reihe einst begann.


Der Doktor lächelte jovial;
"Verehrtester, nun geh`n Sie mal,
in uns`ren weltbekannten Zoo,
gleich vornean, Abteilung zwo."


Herr Kreitlein fand dies sonderbar,
doch weil er schon in Hamburg war,
begab er sich am gleichen Tag
zu Hagenbeck, ihn traf der Schlag!


Da saß in seiner Käfig-Villa
ein Affe, nämlich ein Gorilla,
er blickte traurig und verwundert
in unser zwanzigstes Jahrhundert,
fing Läuse und verschlang Bananen,


Herr Kreitlein forscht nicht mehr nach Ahnen.


(E. Finke)

 

Ich wünsche Dir Zeit ...

 

Ich wünsche Dir nicht alle möglichen Gaben.

Ich wünsche Dir nur, was die meisten nicht haben:

Ich wünsche Dir Zeit, Dich zu freuen und zu lachen,

und wenn Du sie nutzt, kannst Du etwas d'raus machen.

Ich wünsche Dir Zeit für Dein Tun und Dein Denken,

nicht für Dich selbst, sondern auch zum Verschenken.

Ich wünsche Dir Zeit - nicht zum Hasten und Rennen,

sondern die Zeit zum Zufriedensein können.

Ich wünsche Dir Zeit - nicht zum Vertreiben.

Ich wünsche, sie möge übrig Dir bleiben

als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertrauen,

anstatt nach der Zeit auf der Uhr nur zu schauen...

 

(Elli Michler)

 

 

Sonne und Regen, die wechseln sich ab,

mal geht's im Schritt, mal geht's im Trab!

Fröhlichkeit - Traurigkeit, beides kommt vor,

eines ist nur wichtig, trag's mit Humor,

denn Alter ist nicht Zahl der Jahre,

Alter heißt nicht graue Haare!

Nur wer im Alter den Humor behält,

erreicht viel mehr als Gut und Geld.

(unbekannt)

 

Die Vorfahren


Ich stehe auf der feuchten Erde, die schon war,
als meine Vorfahren sie bebauten
und aus dem schöpften,
was ihre Vorfahren gedacht, gefühlt, gesprochen, getan.

Vater und Mutter, Großvater und Großmutter..,
sie alle sind der Weg, auf dem ich stehe,
Tor jener Quelle,
aus der ich trinke das Geheimnis des Lebens.

So stehe ich auf fruchtbarem Boden,
wohl gegründet, wenn ich`s gut nehme, wie es ist,
im Brennpunkt ewiger Gegenwart,
wo Neues sich ereignen soll.

Sie blicken freundlich auf mich nieder,
wenn ich das Leben gut empfange,
um neu zu säen und zu ernten,
für mich und die,
die nach mir kommen.

So schwinge ich im Strome vieler Generationen
und weiß mich liebend eins mit ihnen.
Ich achte sie und ihre Wege
und lasse bei ihnen ihr Trachten und Tun.
Ein jeder hat doch seinen Kreis der Würde,
in den ich mich nicht stellen darf.

Ein Blick noch voller Dankbarkeit zurück,
für euer sein und Wirken,
das in mir lebendig weiter fließt.

Im Herzen geb` ich jedem Platz,
wo er in Frieden ruhen kann -
das sei mein Dank.


(Reinhard Lier)

 

 

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