Der Name Möbus aus etymologischer Sicht

 

Der Name Möbus ist ein so genanntes Patronym, d. h. der Rufname des Vaters wurde als Familienname auf den Sohn übertragen.


Er ist abgeleitet von dem zum Zeitpunkt der Namensgebung beliebten Rufnamen Bartholomäus und liegt dem Apostelnamen Bartholomäus zugrunde. (aus dem Aramäischen, der Muttersprache Jesu, bar tolmai, was so viel bedeutet wie "Sohn des Tholmai").

Der heilige Bartholomäus, er war der sechste der zwölf Apostel, erlitt den Märtyrertod durch Abziehen der Haut und Kreuzigung, sein Festtag war der 24. August. Die Frankfurter Bartholomäus-Kirche besitzt seit 1238 eine Hirnschale als Reliquie. Er wurde u.a. als Patron der Gerber, Metzger, Fischer, Schäfer und Winzer verehrt ("Wissen, wo Barthel den Most holt").

Die latinisierte Form des Rufnamens Bartholomäus fand im Mittelalter zusammen mit anderen Apostelnamen Eingang in die Namengebung.

Aus dem Rufnamen Bartholomäus sind viele Familiennamen hervorgegangen. Bei Bartelmeß, Bartholomä, Bartholmeß, Bartholome handelt es sich um eingedeutschte Formen des Apostelnamens.

Lag die Betonung auf der ersten Silbe, so konnten verkürzte Formen wie Bart, Barz, Bartz, Bartel, Barthel, bairisch-österreichisch Bartl, alemannisch Bärtle entstehen. Als patronymische Bildungen hierzu begegnet man Bartels und Barthels im Norden und Nordwesten sowie Bartler im Süden.

Wurde Bartholomäus aber auf der vorletzten Silbe betont, führte dies zu verkürzten Formen wie Mees, Meis, Mews, Mewes, Mewis, Mebes, Mebus, Mebius, Möbes, Möbis, Möbus und Möbius.

Der Name Möbus wird derzeit insgesamt über 1000 Mal in bundesdeutschen Telefonbüchern geführt. Aktuell (2007) soll es annähernd an die 3000 Personen mit diesem Familiennamen geben. Die meisten von ihnen leben in Berlin und Umgebung, sowie im Bundesland Hessen, zwischen Frankfurt und Kassel. Die wenigsten findet man im Bodenseekreis. (falls jemand Interesse an der Detailkarte haben sollte, bitte ich um Kontaktaufnahme)

zurück